E.T.A. Hoffmann-Gymnasium Bamberg

Musisches Gymnasium

Besuch in Tansania

Fahrt des P-Seminars „Dialog der Kulturen“ nach Tansania vom 18.10. – 03.11.2019
k 05 Mikumi Nationalpark

Tansania – ein Sehnsuchtsort und Traumziel vieler Reisemagazine, besucht von Touristen aus aller Welt, um auf Safari die afrikanische Tierwelt kennenzulernen oder den Kilimandscharo zu besteigen. Wir hatten mit unserem P-Seminar allerdings die Gelegenheit, Land und Leute von einer ganz anderen Seite kennen zu lernen.
Eine Woche intensiver Austausch mit den Schülerinnen der Jangwani Secondary School in Dar es Salaam mit Besuch der Azania-Jungenschule – gemeinsam verbrachte Freizeit in den Familien – das Leben im turbulenten Viertel Kariakoo – die freundliche und neugierige Offenheit auf den Straßen – die positive fröhliche Lebenseinstellung trotz geringen Besitzes – das alles war sehr beeindruckend. Dabei haben wir kritische Themen nicht ausgespart: Bildungssystem, Unterentwicklung des Landes, Frauenrechte, Umweltverschmutzung und -zerstörung, Korruption, Armut haben wir intensiv diskutiert. Aber wir haben auch viel Persönliches wie die Lieblingsbeschäftigungen oder Leibspeisen unserer Austauschpartner erfahren, wie sie wohnen, wie sie zur Schule kommen und wie ihr Alltag aussieht. Jetzt können von ihnen nicht mehr nur von Partnern, sondern viel mehr von Freunden reden. Denn wir haben nicht nur über Unterschiede der Kulturen diskutiert, wir sind mit ihnen beim Quatschen, Kaffeetrinken, Singen und Sport richtig zusammengewachsen, sodass der Abschied nach einer Woche nicht ganz tränenfrei erfolgte .
Dennoch war es nach einer Woche in der größten Stadt Tansanias für uns auch sehr erholsam herauszukommen und im Anschluss eine mitreißende Safari genießen zu können. Vom Zebra über den Elefanten und die vielen Giraffen bis zum Löwen und Leoparden gibt es vermutlich kein Tier, das wir im Mikumi Nationalpark, den wir mit Jeeps eroberten, nicht gesehen haben. Am Tag darauf begaben wir uns auf eine Wanderung zu einem gewaltigen Wasserfall in den Udzungwa-Bergen. Verbunden mit einem herrlichen Bad in einem der Becken des Wasserfalls, ermöglichte es uns die Wanderung, dass wir uns nach den langen Fahrtzeiten im Bus oder Jeep wieder frei bewegen konnten und somit war der Ausflug angenehm anstrengend und dadurch erholsam. Jedoch mussten wir am nächsten Tag wieder recht früh aufbrechen, um mit dem Bus nach Bagamoyo zu gelangen, wo wir eine Fahrradtour zum Strand machten und mit einem Boot zum Baden etwas aufs Meer fuhren. Nach dem Essen gaben uns tansanianische Künstler einen Einblick in ihre Form des Tanzes und in ihre Musik. Den Rest des Abends verbrachten wir mit ihnen am Lagerfeuer, während wir mit ihnen sangen und Gitarre spielten. Auch hier fiel es den Schülern ganz besonders auf, wie schnell man durch Musik und Gesang zusammenwächst. Trotz der wunderschönen Natur sind aber auch die Wunden im Land sichtbar, die der Mensch der Natur schlägt, um sein Auskommen zu finden.
Nach der Safari haben wir in der zweiten Woche die Dorfgemeinschaft der Kleinbauern in Nkweseko am Kilimanjaro besucht. Beim Kaffeebauern Furaha durften wir den Prozess der Kaffeeherstellung von der Frucht am Strauch bis zum fertigen Pulver kennen lernen. Er ist auch einer der Kleinbauern, von dem wir den Fair-Traide-Kaffee beziehen. Interessant war auch zu sehen, wie hier in den Kleingärten auf engstem Raum viele unterschiedliche Kulturpflanzen genutzt werden können – von der Ananas über den Kaffeestrauch und den Bananenstauden bis hin zu Tomaten- und Mangobäumen. Eine tragende Rolle vor Ort spielt die Kirchengemeinde – einen Vormittag halfen wir zusammen mit der ganzen Dorfgemeinschaft auf der Baustelle an der Kirche, um das Gelände neu anzulegen und für das 50jährige Jubiläum des Kirchenbaus im nächsten Jahr her zu richten. Zudem besuchten wir auch den Kindergarten und die Schule und spielten dort mit den Kindern. Auch hier hat sich gezeigt, wie sehr gemeinsames Singen und Ballspielen verbindet.
So hinterlässt uns unsere Fahrt nachdenklich und tief beeindruckt von den Menschen in diesem an Besitz so armen, aber an Herz so reichen Land.
Kinnebrock Lukas, Bail Johannes