E.T.A. Hoffmann-Gymnasium Bamberg

Musisches Gymnasium mit Lang- und Kurzform

Tag gegen Rassismus

Besuch im Cinestar20190315 094847 kl

Bericht über den Tag gegen Rassismus am 15. 3. 2019 im Cine Star in Bamberg

Das Kino 1 im Cinestar Bamberg füllt sich nach und nach, der Geruch von Popcorn vom Vortag liegt noch in der Luft, die ersten Schüler machen es sich bereits auf ihren Kinostühlen bequem, manche machen noch schnell ein Foto für Instagram. Als sich dann endlich alle im Kinosaal eingefunden hatten, ertönt durch die Lautsprecher ein „Guten Morgen“ und die Veranstalterin begrüßt uns alle herzlich zu dem heutigen Tag gegen Rassismus. Noch sind alle gespannt und zugegeben auch noch etwas müde. Zu dem Zeitpunkt war mir auch noch nicht bewusst, was für ein spannender und aufschlussreicher Tag mir bevorstand.
Ich machte es mir erstmal so richtig bequem auf meinem Kinosessel. Nach den Worten des Veranstalters wurden uns zwei Filme gezeigt, sie beschäftigten sich beide mit dem Thema Rassismus. Besonders der Film Speechless ist mir in Erinnerung geblieben, der aus der Perspektive eines kleinen Jungen, der auf einem Schlepperboot nach Deutschland geflüchtet ist, gedreht wurde. Der Film war im Stummfilmformat gedreht worden, was ich persönlich vom Regisseur sehr durchdacht gefunden habe, so konnte bzw. musste man besonders auf die Mimik und Gestik der Personen achten.
 Mich hat der Film sehr berührt, da ich mich sehr gut in die Lage des Jungen hineinversetzen konnte. Doch viel Zeit zum Nachdenken blieb mir nicht, denn jetzt war es an der Zeit sich wieder aus dem viel zu bequemen Sessel zu hieven und sich in den Workshops in den verschiedenen Kinosälen einzufinden. Es wurden sehr viele unterschiedliche und vielseitige Projekte angeboten, unter anderem ein Stopmotion Filmworkshop, ein Theaterworkshop und ein Workshop zum Thema Rap gegen Rechts.
Dort angekommen stellte sich unsere Projektleiterin, eine Mitarbeiterin der evangelischen Kirche und ein Mitglied in einem Verein gegen Rechtsextremismus vor. Der Ablauf des Projekts wurde von einer Powerpoint begleitet. Zu Beginn bekamen wir ein paar Infos über Rechtsextremismus und versuchten typisch deutsche Charaktereigenschaften zu finden. Gar nicht so einfach, da kam schnell die Frage auf, wer ist denn überhaupt typisch Deutsch oder gibt es überhaupt so jemanden wie den typisch Deutschen? Die Antwort war schnell gefunden, ein klares Nein, denn in Deutschland treffen Menschen unterschiedlicher Kulturen und aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern aufeinander, deshalb wäre es falsch von dem typischen Deutschen zu sprechen.
Was ich auch wirklich interessant gefunden habe, war die Standortermittlung, d.h. eine Aufstellung im Raum, zum Thema Flüchtlinge und Rassismus allgemein. Das Thema Vorurteile spielt auch in unsrem Alltag immer wieder eine große Rolle. Leider gibt es sehr viele negative Vorurteile, doch wenn man versucht ein positives zu finden, wird es schon deutlich schwerer. Mir ist dann sofort das Vorurteil, Deutsche seien immer pünktlich, eingefallen. Aber ob das immer so positiv ist, wenn man schon eine halbe Stunde früher zum Geschäftstermin erscheint und als einziger im Verhandlungsraum sitzt und an die weiße Wand starrt?
Doch wie entstehen eigentlich solche Vorurteile? Oft erfährt man solche Vorurteile schon im Kindesalter, vielleicht nicht so bewusst, doch die Eltern und das soziale Umfeld tragen dazu bei, sich ein Vorurteil zu bilden. Vorurteile sind schnell gefasst, jedoch stimmen sie meist nicht mit der Realität überein, deshalb lieber erst mal überlegen, was man da genau sagt und ob das überhaupt stimmen kann.
Genau diese Art von Propaganda, das Schüren von Ängsten und die Unwissenheit der Bevölkerung macht es den rechten Parteien besonders leicht, Wähler für sich zu gewinnen. Zusammenfassend gilt einfach, jede Art von Extremismus und das Schüren von falschen Ängsten durch Propaganda lassen sich nicht mit unsrem Grundgesetz und dem Artikel 1 vereinbaren, welcher besagt: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Hier ist die Aufmerksamkeit von jedem gefragt!.
Zum Schluss möchte ich noch ein persönliches Statement zum Thema Rassismus abgeben, ich möchte hiermit niemanden diskriminieren, wir leben in einem Land, in dem es eine Meinungsfreiheit gibt und auch die rechtsorientierte Partei AfD wurde demokratisch gewählt. Ich persönlich kann allerdings nicht verstehen, warum es immer noch so viel Diskriminierung und rechten Terror in unsrem Land gibt. Ich denke, eigentlich sollten wir aus unserer Geschichte gelernt haben, wie wichtig es ist, eben nicht in solch ein Rassendenken zu verfallen, sondern auch andere Kulturen zu akzeptieren. Ich glaube, wir brauchen einfach eine bessere politische Aufklärung in unserem Land, damit in Zukunft rechte Parteien weniger Zuspruch und vor allem weniger Zuwachs bekommen. Ich hoffe, dass wir in Zukunft in einem demokratischen, solidarischen und freien Deutschland leben können. Denn ich bin der Meinung, dass gerade die Freiheit, seinen Glauben und seine Kultur frei ausüben zu dürfen, eines der wichtigsten Eigenschaften eines demokratischen Staates ist.

Paul Küffner, 9 e

Fotos: W. Lechner