E.T.A. Hoffmann-Gymnasium Bamberg

Musisches Gymnasium

Gedenken und Farbe bekennen

Das E.T.A. gedenkt der Opfer des 2. Weltkriegs
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Es ist nun ein dreiviertel Jahrhundert her, dass das Menschen verachtende Gedankenkonstrukt des Nationalsozialismus unendliches Leid über Europa und die Welt gebracht hat. Auch in Bamberg und in unmittelbarer Umgebung unserer Schule starben Menschen, wurden Familien ausgelöscht, als am 22.2.45 Bomben abgeworfen wurden.

Die Schulfamilie - zusammen mit Oberbürgermeister Andreas Starke - nahm den Jahrestag zum Anlass, in einer kurzen Gedenkveranstaltung die Ereignisse in Erinnerung zu rufen und mit dem Appell zu verbinden, sich für Frieden und Demokratie mit Kräften einzusetzen.

Die Bomben, die in die sogenannten Katakomben des Stephansberges einschlugen, töteten 54 Menschen. 23 davon waren noch keine Erwachsenen, 14 von ihnen sogar noch keine 10 Jahre alt. 11 Kinder starben zusammen mit ihren Müttern oder Geschwistern. Für jedes der Opfer legten Schüler und Schülerinnen eine kleine Tonfigur vor dem Denkmal im Schulhof ab, das an die Ereignisse erinnern soll.

Die Gedenkveranstaltung sollte aber nicht nur an 54 Menschen erinnern, die vor 75 Jahren gestorben sind. Sie soll auch bewusst machen, dass die Ursache für die Schrecken des Krieges nicht bei den alliierten Streitkräften lagen, sondern historisch nachweislich bei denjenigen, die in Deutschland den Krieg losgetreten und zu verantworten hatten. Unsere Erinnerung darf also nicht da enden, wo es um ein Totengedenken geht, sie darf kein Opfergedenken sein, in dem die eigentlichen Täter, nämlich die Verantwortlichen und Entscheidungsträger des Nazi-Regimes, von Schuld freigesprochen werden.

Diese Veranstaltung muss aus der Erinnerung heraus zugleich Ansporn sein, gegen Personen und Gruppierungen die Stimme zu erheben, die Geschichte verdrehen, die nationalsozialistischen Verbrechen klein reden und die sich gegen die Grundsätze eines freiheitlich-demokratischen Systems aussprechen oder es auszuhöhlen versuchen.

Wer immer noch der Meinung ist, dass es sich bei Terroristen, wie sie zuletzt in Hanau Schrecken und Tod über uns alle gebracht haben, um Verrückte handelt, der verkennt, dass der Nährboden, auf dem sie ihr Gedankengebäude aufgebaut haben, von politischen Strömungen bereitet wird, die sich teilweise verdeckt, teilweise aber auch ganz offen zu rassistischen und menschenverachtenden Positionen bekennen und damit ganz sicherlich keine Alternative für unser demokratisches und freiheitliches System sind.

Mrc/Knb