E.T.A. Hoffmann-Gymnasium Bamberg

Musisches Gymnasium mit Lang- und Kurzform

Barock in Bamberg

Die Klasse 8a lässt sich durch die Stadt führen.
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Es ist Montagmorgen, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8a des E.T.A. Hoffmann-Gymnasiums stehen in einem Halbkreis und hören gespannt einer Führerin zu. Diese trägt extravagante Kleidung: sie hat ein Kleid, das aus Seide ist, dieses Gewand hat viele Verzierungen, außerdem ist es ab der Hüfte bis auf den Boden weit ausgestellt. Auch ihr Haar ist bemerkenswert, sie trägt eine weiße Perücke, die lockig und in die Höhe gesteckt ist. „Ich bin Mariya  Zoryk und komme aus dem Barock…“ beginnt sie. Die Schüler mustern sie dabei fragwürdig und erstaunt.
Der Rundgang führte die Schüler zu verschiedenen, gut bekannten Gebäuden, die nun unter diesem Blickwinkel ganz neu und wohl auch intensiver wahrgenommen wurden. Neben dem barocken Baustil, der den barocken Lebensstil deutlich vor Augen führte, waren für die Schüler aber immer wieder informative, aber reizvolle Details von noch größerem Interesse.
Nach den ersten Stopps am Dom und an der Neuen Residenz wurde auch der Rosengarten besichtigt. Damals war dieser ein Teebaumgarten, denn in der Zeit des Barock war es in Mode, Heißgetränke wie Tee zu trinken. Das nächste barocke Gebäude war die Hofapotheke. Diese hatte für den barocken Menschen weit mehr zu bieten als nur Medikamente. So konnten die Bürger hier Drogen erwerben oder auch Parfum oder Puder.
Verstauen konnten die adeligen Damen diese lebensnotwendigen Mittelchen in ihrer Handtasche, in der sie eben ihre „Waffen gegen ihre schlimmsten Feinde“ mit sich führten, die Sonne und das Wasser. Denn dem Ideal entsprach es, blasse Haut zu haben und sich zu waschen galt als ungesund. Stattdessen hatten die Damen immer ein Parfum und eine Flohfalle griffbereit dabei. Um blasser zu wirken, benutzen die Frauen Puder, das sie natürlich auch immer in ihrer Handtasche hatten. Trotz aller „Geheimwaffen“  wunderte es die Damen nicht, wenn sich einmal eine Maus in ihrer -ungewaschenen -  Haarpracht einnistete.
Wie auf einer Gerade ziehen sich die barocken Gebäude durch die Innenstadt Bambergs. So führte auch der Weg von der Hofapotheke nicht weit zum Alten Rathaus. Nicht nur dieses, sondern auch andere Häuser, die bereits vor der Zeit des Barock entstanden sind, zeigen Merkmale des Barock. Denn viele Menschen ließen ihr Haus barockisieren, also entsprechend verzieren. Um möglichst viele Bürger für diese Idee zu begeistern, gab es damals schon finanzielle Anreize von der Stadt Bamberg: für jedes barockisierte Stockwerk erhielten die Besitzer sechs Jahre Steuerfreiheit.
Das Zeitalter des Barock rückte so ganz nah und konnte vor Ort entdeckt werden. „Carpe diem“ und „Memento mori“ – diese zwei Grundsätze und Gegensätze des Barock werden erfahrbar. Und– die steinernen Zeugnisse aus jener Zeit haben die Zeit überdauert und erfreuen und erstaunen uns noch heute.

Eva H., Isabel Z., Emily B., Klasse 8a