E.T.A. Hoffmann-Gymnasium Bamberg

Musisches Gymnasium mit Lang- und Kurzform

"Meine Lehr- und Marterjahre in Bamberg"

Die Q11 auf den Spuren E.T. A. Hoffmanns in Bamberg
Vorschau2

Ende Februar traten die Schüler der Q11 einen besonderen Unterrichtsgang an: Unter der erfahrenen und in höchstem Maße fachkundigen Leitung von Herrn StD Stübinger wandelten die Schülerinnen und Schüler auf den Spuren des historischen E.T.A. Hoffmann (1776-1822), dem Namensgeber unserer Schule. Der universal gebildete Künstler, ursprünglich gebürtiger Königsberger und von Beruf preußischer Beamter, führte in Bamberg in den Jahren von 1808 bis 1813 ein unstetes Leben, zwischen Kunst und Beruf, Phantasie und Realität sowie alltäglichem Elend und vermeintlich befreiendem Alkoholkonsum.
Der Unterrichtsgang führte die Schülerinnen und Schüler von der auf dem Schulgelände befindlichen Statue Reinhardt Klesses hinab in die Stadt, zu den anderen beiden wichtigen nach ihm benannten Sehenswürdigkeiten der Stadt, dem Wohnhaus E.T.A. Hoffmanns am Schillerplatz und dem seit 1956 nach ihm benannten Bamberger Theater. Während des Unterrichtsgangs erläuterte Herr Stübinger Hoffmanns Erlebnisse und deren Bedeutung für den Künstler anhand dessen Memoiren und einiger Auszüge aus verschiedenen Werken des Autors. So wurde den Schülerinnen und Schülern bewusst, dass E.T.A. Hoffmanns Zeit in Bamberg, die mit einem spektakulären Fehlschlag, nämlich der Absetzung als Musikdirektor am Theater in Bamberg begonnen hatte, für das literarische und musikalische Werk des Künstlers prägend wurde. Zwar wurde dieser in der Folge seiner Geldnot gezwungen, sich neben seiner künstlerischen Tätigkeit auch profanen Fragen des Gelderwerbs zu widmen, aber nichtsdestotrotz wurden hier grundlegende Ideen und Motive für spätere Werke entwickelt. Die prekäre finanzielle Lage des Künstlers und dessen, aus heutiger Sicht, moralisch fragwürdiger Umgang mit seinen Schülerinnen, besonders der Gesangsschülerin Julia Mark, wurden im Rahmen des Rundgangs nicht ausgeklammert. So konnte den Schülerinnen und Schülern exemplarisch die komplexen Verschränkungen von E.T.A. Hoffmanns Biographie und Werk vor Augen geführt werden. Besonders anschaulich gelang Herrn Stübinger dies am Beispiel des „Apfelweiblas“. Hier handelt es sich um einen Türknauf, der in der „Eisgrube“ auch heute noch besichtigt werden kann und der in der Erzählung „Der goldne Topf“ einen prominenten Platz einnimmt.
Insgesamt betrachtet gewannen die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe spannende Einblicke in das Leben und Werk E.T.A. Hoffmanns, der seine Bamberger Jahre einst wohl nicht zu Unrecht als „Lehr- und Marterjahre“ bezeichnet hatte. Vor diesem Hintergrund wird der ein oder andere wohl mit differenzierterem Blick auf Geschichte und Werk des Namensgebers unserer Schule blicken.

Text und Fotos: StRefin Schüttinger und StRef Trotter